Von der Zigarette zur E-Zigarette: So gelingt der Umstieg

Vom passenden Nikotin über den richtigen Liquid-Geschmack bis zum geeigneten Gerät: Was wir aus vielen Jahren Beratung über den erfolgreichen Umstieg gelernt haben.
22. September 2026 durch
Timo Fischer
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Wer zehn, zwanzig oder dreißig Jahre geraucht hat, legt mit der letzten Zigarette nicht einfach nur ein Produkt zur Seite.

Rauchen besteht aus Gewohnheiten.

Die Zigarette nach dem Aufstehen. Zum Kaffee. Nach dem Essen. Im Auto. In der Arbeitspause. Beim Treffen mit Freunden.

Wer auf die E-Zigarette umsteigen möchte, verändert deshalb etwas, das sich über viele Jahre in den Alltag eingeschlichen und dort fest verankert hat.

Genau deshalb beginnt ein erfolgreicher Umstieg für uns nicht mit der Frage:

„Welche E-Zigarette möchtest du kaufen?“

Sondern mit einer ganz anderen:

„Warum möchtest du von der Zigarette weg?“


Was ist dein persönlicher Grund?

Die Antworten darauf sind unterschiedlich.

Manche stört der Geruch. Andere ärgern sich über die Kosten. Einige möchten nicht mehr ständig überlegen müssen, wann und wo sie ihre nächste Zigarette rauchen können. Und natürlich spielt für viele die eigene Gesundheit eine entscheidende Rolle.

Aus gesundheitlicher Sicht gibt es einen wichtigen Unterschied zwischen Rauchen und Dampfen: Bei einer Tabakzigarette wird Tabak verbrannt. Bei einer E-Zigarette wird ein Liquid erhitzt und das dabei entstehende Aerosol inhaliert.

Das bedeutet nicht, dass eine E-Zigarette gesund oder risikofrei ist.

Wer nicht raucht, sollte deshalb auch nicht mit dem Dampfen anfangen.

Für einen erwachsenen Raucher stellt sich jedoch eine andere Frage:

„Kann die E-Zigarette mir dabei helfen, vollständig von der Tabakzigarette wegzukommen?“

Genau darauf richten wir unsere Beratung aus.

Die richtige Nikotinstärke wird häufig unterschätzt

Viele Einsteiger beschäftigen sich zuerst mit dem Gerät. Dabei wird ein anderer Punkt häufig unterschätzt:

die passende Nikotinstärke.

Wer täglich Zigaretten raucht, hat sich über Jahre an eine bestimmte Nikotinzufuhr gewöhnt.

Wird beim Umstieg eine Nikotinstärke gewählt, die nicht zum bisherigen Rauchverhalten und zum verwendeten Gerät passt, kann das Verlangen nach einer Zigarette bestehen bleiben.

Dann entsteht schnell der Eindruck:

„Das Dampfen funktioniert bei mir nicht.“

Dabei muss nicht die E-Zigarette das Problem sein. Vielleicht passt die Nikotinstärke nicht. Vielleicht wird ein ungeeignetes Gerät verwendet oder die Zugtechnik stimmt noch nicht.

Deshalb schauen wir bei der Beratung unter anderem darauf, wie viele Zigaretten bisher täglich geraucht wurden, welche Zigaretten es waren und wie das bisherige Rauchverhalten aussah.

Anschließend kann gemeinsam ermittelt werden, welche Nikotinstärke zum verwendeten Gerät und zum bisherigen Rauchverhalten passt.

Wichtig ist dabei:

Die Nikotinstärke, die sich beim ersten Probieren am mildesten anfühlt, muss nicht automatisch diejenige sein, mit der der Umstieg am besten funktioniert.

Entscheidend ist vielmehr, ob das Verlangen nach einer Tabakzigarette weiterhin besteht.

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Welche E-Zigarette eignet sich für den Umstieg?

Ein Einsteiger braucht nicht möglichst viel Technik.

Gerade am Anfang sollte eine E-Zigarette zuverlässig funktionieren und verständlich zu bedienen sein.

Der Nutzer sollte wissen, wie das Gerät befüllt und geladen wird, wann ein Pod oder Verdampferkopf gewechselt werden muss und welche Zugtechnik zum jeweiligen Gerät passt.

Auch typische Probleme sollten angesprochen werden:

Was mache ich, wenn das Gerät nicht zieht? Was passiert, wenn Liquid austritt? Wann muss der Pod oder Verdampferkopf gewechselt werden? Woran erkenne ich, dass etwas nicht stimmt?

Deshalb gehört für uns zu einem Einsteigergerät immer auch eine vernünftige Einweisung.

Denn das beste Gerät bringt wenig, wenn zu Hause etwas nicht funktioniert und die vermeintlich einfachste Lösung wieder eine Packung Zigaretten ist.


Warum ein Zweitgerät nötig ist 

Stell dir vor, du hast seit einigen Tagen keine Zigarette mehr geraucht.

Dann bist du unterwegs – und der Akku deiner E-Zigarette ist leer.

Oder du lässt das Gerät fallen. Du verlegst es. Der Pod geht kaputt. Das Gerät funktioniert plötzlich nicht mehr.

Was ist jetzt die einfachste und vertrauteste Lösung?

Für einen langjährigen Raucher möglicherweise:

Zigaretten kaufen.

Genau diese Situation möchten wir möglichst vermeiden.

Deshalb kann während des Umstiegs ein zweites funktionierendes Gerät beziehungsweise eine zuverlässige Ersatzlösung sinnvoll sein.

Nicht weil jeder zwingend zwei E-Zigaretten besitzen muss.

Sondern weil ein leerer Akku oder ein technisches Problem möglichst nicht darüber entscheiden sollte, ob wieder eine Zigarette angezündet wird.

Welcher Liquid-Geschmack eignet sich für den Einstieg?

Geschmack spielt beim Umstieg eine größere Rolle, als man zunächst vermuten könnte.

Und genau hier haben wir im Laufe der Jahre selbst dazugelernt.

Als wir vor rund zwölf Jahren mit der E-Zigarette angefangen haben, versuchten wir zunächst, Umsteiger bewusst von Tabakgeschmäckern wegzuführen.

Die Überlegung dahinter klang logisch:

Wer keine Zigarette mehr rauchen möchte, warum sollte er weiterhin etwas dampfen, das geschmacklich an Tabak erinnert?

Also boten wir unseren Kunden beispielsweise Fruchtgeschmäcker an.

Anschließend fragten wir unsere Kunden immer wieder:

„Wie läuft es mit dem Umstieg?“

Von langjährigen Rauchern bekamen wir häufiger eine ähnliche Antwort:

„Eigentlich gut – aber meine Morgenzigarette brauche ich noch.“

Viele dieser Menschen hatten zehn, zwanzig oder dreißig Jahre geraucht. Gerade die erste Zigarette am Morgen war mit einem vertrauten Geschmack und Ritual verbunden.

Unsere Erfahrung war, dass ein ausschließlich fruchtiges Liquid diese Situation bei manchen Umsteigern nicht ausreichend ersetzte.

Ihnen fehlte insbesondere der vertraute rauchig-würzige Geschmack.

Also haben wir unsere Beratung verändert.

Warum wir Tabak und eine zweite Geschmacksrichtung empfehlen

Seitdem empfehlen wir Umsteigern gerne zwei unterschiedliche Geschmacksrichtungen:

einen Tabakgeschmack und zusätzlich eine Alternative, beispielsweise etwas Fruchtiges.

Der Tabakgeschmack kann besonders in Situationen genutzt werden, in denen der ehemalige Raucher das vertraute Raucherlebnis vermisst – beispielsweise morgens zum Kaffee.

Die zweite Geschmacksrichtung bietet dagegen bewusst etwas Neues.

Mit dieser Kombination haben wir in unserer Beratung deutlich bessere Erfahrungen gemacht.

Interessanterweise gehören Tabakgeschmäcker auch heute noch zu den meistverkauften Liquid-Kategorien in unseren Geschäften.

Das bedeutet nicht, dass jeder Umsteiger dauerhaft Tabakliquid dampfen muss. Manche wechseln später vollständig zu anderen Geschmacksrichtungen. Andere bleiben bei Tabak. Wieder andere nutzen unterschiedliche Liquids je nach Situation.

Entscheidend ist für uns deshalb nicht, welcher Geschmack gerade besonders modern ist.

Sondern:

Was hilft diesem Raucher dabei, die nächste Tabakzigarette nicht anzuzünden?

Die ersten Tage müssen nicht perfekt laufen

Vielleicht ist die Nikotinstärke noch nicht optimal.

Vielleicht schmeckt das gewählte Liquid nach einigen Tagen doch nicht. Vielleicht ist die Zugtechnik ungewohnt. Oder man merkt erst zu Hause, dass eine bestimmte Situation besonders schwierig ist.

Dann sollte nachjustiert werden, statt den gesamten Umstieg sofort infrage zu stellen.

Eine hilfreiche Frage lautet:

Wann bekomme ich noch Lust auf eine Zigarette – und warum?

Ist es das Verlangen nach Nikotin?

Fehlt der gewohnte Geschmack?

Passiert es morgens beim Kaffee? Nach dem Essen? Beim Autofahren? Oder hauptsächlich dann, wenn andere Menschen neben mir rauchen?

Je genauer man diese Situationen erkennt, desto gezielter kann man darauf reagieren.

„Ich rauche doch nur noch drei Zigaretten am Tag“

Wer vorher 20 Zigaretten geraucht hat und plötzlich nur noch drei raucht, hat seinen Zigarettenkonsum deutlich reduziert.

Wenn das Ziel jedoch der vollständige Umstieg ist, sollte man aufpassen, dass diese wenigen Zigaretten nicht dauerhaft zum Alltag gehören.

Denn sie erhalten das alte Ritual.

Aus drei können irgendwann wieder vier oder fünf werden. Und möglicherweise stellt man irgendwann fest, dass die Tabakzigarette wieder immer häufiger dazugehört.

Wer mithilfe der E-Zigarette von der Tabakzigarette wegkommen möchte, sollte deshalb den vollständigen Umstieg im Blick behalten.

Das eigentliche Ziel ist nicht die E-Zigarette. Das Ziel ist, die Verbrennung von Tabak hinter sich zu lassen.

Schwierige Situationen mit anderen Rauchern

Eine weitere Herausforderung können Situationen sein, in denen andere Menschen rauchen.

Man sitzt zusammen, jemand zündet sich eine Zigarette an – und plötzlich ist das alte Ritual wieder präsent.

Vielleicht wird sogar eine Zigarette angeboten.

Gerade am Anfang hilft es deshalb, vorbereitet zu sein.

Ist die E-Zigarette geladen? Ist genügend Liquid vorhanden? Habe ich die Geschmacksrichtung dabei, die mir in solchen Situationen am besten hilft? Funktioniert mein Ersatzgerät?

Und wenn das Verlangen nach einer Zigarette plötzlich stark wird, lohnt sich die Frage:

Was fehlt mir gerade – Nikotin, Geschmack oder das vertraute Ritual?

Statt sich darüber zu ärgern, dass die Zigarette gerade wieder interessant erscheint, ist es hilfreicher herauszufinden, wodurch dieses Verlangen ausgelöst wurde.

Muss die Nikotinstärke möglichst schnell reduziert werden?

Viele Umsteiger möchten zuerst keine Zigaretten mehr rauchen und anschließend möglichst schnell auch das Nikotin reduzieren.

Diese beiden Schritte müssen aber nicht gleichzeitig erfolgen.

Wenn nach einer Reduzierung der Nikotinstärke das Verlangen nach Tabakzigaretten deutlich zunimmt oder wieder häufiger geraucht wird, sollte die Situation neu betrachtet werden.

Eine niedrigere Nikotinstärke ist nicht automatisch ein Fortschritt, wenn dadurch die Tabakzigarette zurückkehrt.​

Deshalb sollte eine Reduzierung nicht unter unnötigem Zeitdruck stattfinden.

Zunächst geht es darum, den Umstieg von der Tabakzigarette zu stabilisieren. Danach kann man überlegen, ob und in welchen Schritten die Nikotinstärke weiter reduziert werden soll.

E-Zigaretten sind nicht risikofrei ​

Bei allen Unterschieden zur Tabakzigarette ist uns eine klare Einordnung wichtig:

E-Zigaretten sind nicht risikofrei.

Nikotin kann abhängig machen, und beim Dampfen werden Substanzen inhaliert. Auch mögliche langfristige gesundheitliche Auswirkungen sind noch nicht in allen Punkten abschließend geklärt.

Nach heutigen wissenschaftlichen Kentnisse ist die E-Zigarette wesentlich weniger schädlicher als die herkömliche Zigarette. Das Krebsrisiko an typischen Krebsarten von Rauchern wird um bis zu 99% gesenkt.

Quelle: https://www.tabakfreiergenuss.org/krebsrisiko-sinkt-bei-ezigaretten/

Für Nichtraucher und insbesondere Jugendliche sind E-Zigaretten deshalb nicht gedacht.

Für erwachsene Raucher besteht jedoch ein wesentlicher Unterschied zur Tabakzigarette: Beim Dampfen findet keine Verbrennung von Tabak statt.

Wer eine E-Zigarette für den Umstieg nutzt, sollte deshalb möglichst darauf hinarbeiten, die herkömmliche Zigarette vollständig zu ersetzen, statt dauerhaft beide Produkte parallel zu verwenden.

Was wir aus vielen Jahren Beratung gelernt haben

Nach vielen Beratungsgesprächen ist für uns eines deutlich geworden:

Der Umstieg hängt selten nur von der E-Zigarette ab.

Es ist das Zusammenspiel aus dem passenden Gerät, einer geeigneten Nikotinstärke, einem Geschmack, der auch in schwierigen Situationen funktioniert, der richtigen Anwendung und einem Plan für die Momente, in denen früher ganz selbstverständlich eine Zigarette angezündet wurde.

Und manchmal gehört auch dazu, nach einigen Tagen noch einmal etwas zu verändern.

Eine andere Nikotinstärke.

Ein anderer Geschmack.

Eine Anpassung am Gerät.

Oder einfach noch einmal ein Gespräch darüber, in welcher Situation die Zigarette plötzlich wieder gefehlt hat.

Genau deshalb verstehen wir gute Beratung nicht als abgeschlossen, sobald jemand mit seiner ersten E-Zigarette den Laden verlässt.

Der eigentliche Test beginnt schließlich erst danach:

im Alltag.

Deshalb lautet für uns die wichtigste Frage beim Einstieg nicht:

„Welche E-Zigarette möchtest du kaufen?“

Sondern:

„Wie hast du bisher geraucht – und was brauchst du, damit du die nächste Zigarette nicht mehr anzünden musst?“

Genau dort beginnt für uns ein sinnvoller Umstieg.

FAQ​

Häufige Fragen zum Umstieg auf die E-Zigarette

Welche E-Zigarette eignet sich für den Umstieg?

Für viele Umsteiger ist ein unkompliziertes Gerät sinnvoll, das einfach zu bedienen ist und zum bisherigen Rauchverhalten passt. Entscheidend ist nicht möglichst viel Technik, sondern dass Gerät, Zugverhalten und Liquid zusammenpassen.

Welche Nikotinstärke ist beim Umstieg richtig?

Das lässt sich nicht pauschal beantworten. Wie viel und wie häufig bisher geraucht wurde, spielt ebenso eine Rolle wie das verwendete Gerät und Liquid. Eine zu niedrige Nikotinstärke kann gerade zu Beginn dazu führen, dass die E-Zigarette als nicht ausreichend empfunden wird. Deshalb sollte die Auswahl individuell erfolgen.

Warum empfehlen wir beim Einstieg auch einen Tabakgeschmack?

Aus unserer langjährigen Beratungserfahrung wissen wir, dass vielen langjährigen Rauchern besonders in typischen Situationen – etwa morgens zum Kaffee – der vertraute würzig-tabakartige Geschmack fehlt. Deshalb empfehlen wir zum Einstieg häufig einen Tabakgeschmack und zusätzlich eine zweite Geschmacksrichtung, beispielsweise Frucht. So kann der Umsteiger selbst herausfinden, was in welcher Situation besser passt.

Brauche ich beim Umstieg ein Zweitgerät?

Ein Zweitgerät ist nicht zwingend erforderlich, kann aber sinnvoll sein. Ist der Akku leer oder funktioniert das Hauptgerät vorübergehend nicht, steht eine Alternative bereit. Gerade am Anfang kann das helfen, nicht aus Bequemlichkeit wieder zur Tabakzigarette zu greifen.

Nikotinsalz oder klassisches Liquid – was eignet sich besser?

Beides kann infrage kommen. Nikotinsalz und klassisches Liquid unterscheiden sich unter anderem in der Art des enthaltenen Nikotins und im Empfinden beim Dampfen. Welche Variante besser passt, hängt vom bisherigen Rauchverhalten, der gewünschten Nikotinstärke und dem verwendeten Gerät ab.

Timo Fischer 22. September 2026
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