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Was ist eine „Popcornlunge“?
Der umgangssprachliche Begriff Popcornlunge bezeichnet eine seltene, schwere Lungenerkrankung namens Bronchiolitis obliterans beziehungsweise obliterative Bronchiolitis.
Dabei können die kleinsten Atemwege der Lunge vernarben und sich verengen. Dadurch wird der Luftstrom behindert. Die Erkrankung ist ernst und kann irreversible Schäden verursachen. Krankheitskontrolle und Prävention
Mit E-Zigaretten hatte der Name ursprünglich überhaupt nichts zu tun.
Warum heißt sie dann „Popcornlunge“?
Um das Jahr 2000 wurden bei Beschäftigten einer Fabrik für Mikrowellen-Popcorn schwere Atemwegserkrankungen festgestellt. Untersuchungen des US-amerikanischen National Institute for Occupational Safety and Health (NIOSH) brachten die Erkrankungen mit der beruflichen Exposition gegenüber Aromastoffen in Verbindung. Eine besondere Rolle spielte dabei Diacetyl, das unter anderem für butterartige Aromen eingesetzt wurde. Krankheitskontrolle und Prävention
Die Arbeiter waren diesen Stoffen über die Luft am Arbeitsplatz ausgesetzt. Daher entstand später die populäre Bezeichnung „Popcorn Lung“ – Popcornlunge.
Wie kam die E-Zigarette ins Spiel?
Diacetyl wurde beziehungsweise wird als Aromastoff in unterschiedlichen Bereichen der Lebensmittelindustrie verwendet. Es wurde in der Vergangenheit auch in Untersuchungen bestimmter E-Liquids nachgewiesen.
Damit entstand eine zunächst nachvollziehbare Frage:
Wenn das Einatmen hoher Konzentrationen von Diacetyl bei Beschäftigten zu schweren Lungenschäden beigetragen hat – könnte Diacetyl in E-Zigaretten ebenfalls ein Risiko darstellen?
Aus dieser Frage wurde in der öffentlichen Diskussion allerdings häufig die wesentlich weitergehende Behauptung:
„Dampfen verursacht Popcornlunge.“
Genau zwischen diesen beiden Aussagen muss man unterscheiden.
Gibt es nachgewiesene Fälle von Popcornlunge durch E-Zigaretten?
Cancer Research UK schreibt ausdrücklich, dass keine bestätigten Fälle von Popcornlunge bei Menschen bekannt sind, die auf die Nutzung von E-Zigaretten zurückgeführt wurden. Die Organisation erklärt ebenfalls, dass die ursprünglichen Erkrankungsfälle bei Arbeitern in Popcornfabriken auftraten und nicht durch E-Zigaretten verursacht wurden. Cancer Research UK
Das bedeutet nicht, dass das Einatmen beliebiger Aromastoffe grundsätzlich unproblematisch wäre. Die amerikanische Arbeitsschutzbehörde NIOSH weist weiterhin darauf hin, dass Diacetyl und bestimmte verwandte Aromastoffe bei entsprechender inhalativer Exposition schwere Atemwegsschäden verursachen können. Krankheitskontrolle und Prävention
Der entscheidende Unterschied ist also: Ein bekanntes Risiko eines bestimmten Stoffes ist nicht automatisch der Beweis dafür, dass E-Zigaretten diese konkrete Erkrankung verursachen.
Popcornlunge durch E-Zigaretten? Was steckt wirklich dahinter?